Lippenvergrößerung

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Kalcutta /Shutterstock.com

Lippenvergrößerung

Die Lippen senden – ähnlich den Augen – starke Signale an das Gegenüber. Volle, weiche Lippen bei Frauen werden in unserer Kultur als besonders erotisch gewertet. Schmale, wulstige oder in der Größe nicht zueinander passende Ober- und Unterlippen gelten als unschön.

Alternativen zur Lippenvergrößerung

Die Lippen lassen sich — zumindest bei Frauen — gut mit Schminke verändern. Männer können sich einen Bart wachsen lassen, der je nach Schnitt die Lippen betont oder versteckt. Auch permanentes Make-up kann eine Hilfe sein. Entstellende Lippenanomalien sollten jedoch operativ behandelt werden.

  • Kurzinfo Lippenvergrößerung
  • Mindestalter: Erwachsenenalter
  • Dauer: dreißig bis sechzig Minuten
  • Anästhesie: bei Aufspritzungen lokale Betäubung, bei chirurgischen Verfahren Dämmerschlaf
  • ambulant/stationär: Aufspritzungen ambulant, chirurgische Verfahren ambulant oder stationärer Aufenthalt für eine Nacht
  • Duschen: am Tag nach dem Eingriff
  • Sport: bei Aufspritzungen nach 24 Stunden, bei chirurgischen Verfahren nach zwei Wochen
  • Sonne: bei Aufspritzungen nach zwei Wochen, bei chirurgischen Verfahren nach sechs bis acht Wochen
  • arbeitsfähig: bei Aufspritzungen sofort, bei chirurgischen Verfahren nach einer Woche
  • endgültiges Ergebnis: bei Aufspritzungen sofort, bei chirurgischen Verfahren nach zwei Monaten erkennbar
  • Haltbarkeit: bei Aufspritzungen mit Hyaluronsäure sechs bis achtzehn Monate, mit Eigenfett mehrere Monate bis einige Jahre; bei chirurgischen Verfahren einige Jahre; der normale Alterungsprozess wird nicht aufgehalten.
  • genutzt: Frauen

Kosten Lippenvergrößerung

Je nach Verfahren 200 bis 1500 Euro. Aufspritzungen sind preiswerter als chirurgische Verfahren, müssen jedoch regelmäßig wiederholt werden, wenn der Effekt bleiben soll. Aufspritzungen mit Eigenfett sind teuer.

Nutzen Lippenvergrößerung

Außer bei Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten gibt es keine medizinischen Gründe zur operativen Veränderung der Lippenform. Chirurgische Verfahren, egal ob zur Verkleinerung oder zur Vergrößerung, haben eine viele Jahre anhaltende Wirkung.

Wie lange Aufspritzungen halten, hängt vom verwendeten Füllmaterial ab – etwa sechs bis achtzehn Monate. Wiederholte Eigenfettaufspritzungen halten unter Umständen länger. Lassen Sie sich auf keinen Fall mit einem permanenten Füllmaterial aufspritzen, das lebenslang halten soll — das ist sehr riskant!

Wirkungsweise Lippenvergrößerung

Zu kleine Lippen werden mit Füllmaterial aufgespritzt (siehe Seite 66) oder chirurgisch verbreitert, zu große Lippen durch Heraustrennen eines Stücks Schleimhaut nach innen gezogen und verschmälert.

Operation Lippenvergrößerung

Zur Vergrößerung von schmalen Lippen eignet sich das Aufspritzen mit abbaubarem Füllmaterial wie Hyaluronsäure oder Eigenfett (siehe Seite 67). Die Einspritzung sollte im Bereich des Lippenrots erfolgen, was zwar schmerzhafter ist, aber weniger unnatürlich

aufgestülpt wirkende Lippen erzeugt. Aufspritzen mit Eigenfett ist eine aufwendigere und teurere Methode.

Chirurgische Verfahren eignen sich sowohl zur Vergrößerung als auch zur Verkleinerung von Lippen. Zu große Lippen lassen sich durch Heraustrennen eines Stücks Schleimhaut nach innen ziehen und verschmälern. Nach etwa einer Woche ist die Naht verheilt.

Zu kleine Lippen können chirurgisch verbreitert werden, indem ein schmaler Streifen Haut oberhalb der Lippe herausgetrennt und anschließend die Wunde vernäht wird. Dadurch wird die Lippe in die Breite gezogen. Ein Nachteil dieser Methode ist die bleibende, dünne Narbe und die mangelnde Fülle.

Durch Entfernung eines ovalen Hautstücks am Rande der Nasenlöcher kann man eine sehr gute Anhebung der Oberlippe erreichen.

Risiken / Nebenwirkungen Lippenvergrößerung

Generell sollten keine Lippenaufspritzungen oder chirurgischen Verfahren angewendet werden bei:

  • Neigung zu überschießender Narbenbildung (Keloiden)
  • Einnahme von blutverdünnenden Mitteln wie Aspirin oder Marcumar
  • Wundheilungsstörungen
  • Allgemeininfektionen, z. B. Grippe, HIV
  • akuten Hautinfektionen durch Viren, Bakterien, Pilze
  • akut entzündlicher Akne

Nebenwirkungen bei Aufspritzungen: Vorübergehend angeschwollene, schmerzende Lippen. Nicht nur Allergiker sollten sich vor der Anwendung von Füllmaterialien testen lassen, denn in sehr seltenen Fällen können lebensbedrohliche Schockzustände auftreten – manchmal auch erst nach der zweiten oder dritten Anwendung. Manche Menschen reagieren auf Fremdeiweiß mit grippeähnlichen Allgemeinsymptomen, die nach wenigen Tagen vergehen. Hyaluronsäure aus gentechnisch hergestellten Bakterienkulturen ist weniger aller-gen als solche aus tierischem Eiweiß.

Bei unsterilem Vorgehen können Infektionen an der Injektionsstelle auftreten. Kleinere Blutungen lösen sich von selbst auf. Vorübergehende Farbveränderungen an der behandelten Hautstelle verschwinden nach wenigen Wochen.

Die Verwendung permanenter Füllmaterialien ist wegen der hohen Risiken abzulehnen. Wenn zu viel oder an der falschen Stelle gespritzt wird, entsteht ein bleibender Schaden, der kaum repariert werden kann, z. B. die »Entenschnabellippen«. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass sich im behandelten Bereich narbige Knötchen bilden können, und zwar noch viele Jahre nach der Anwendung.

Nebenwirkungen bei chirurgischen Verfahren: Vorübergehend angeschwollene, schmerzende Lippen sowie Blutergüsse. Zwei Tage lang sollte man weder kauen noch sprechen. Gelegentlich können ausgeprägte Narben und Infektionen auftreten.

 

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