Lidkorrektur (Oberlid/Unterlid)

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Lidkorrektur (Oberlid/Unterlid)

Weil die Haut rund um die Augen besonders zart ist und wir sie mimisch viel in Bewegung halten, bilden sich frühzeitig Falten und die Augenlider können erschlaffen. Am Unterlid können sich »Tränensäcke« bilden. Derartige Probleme sind typische Alterserscheinungen, die meist ab etwa vierzig Jahren auftreten. Wie ausgeprägt sie auftreten, hängt sehr stark von der erblichen Veranlagung ab. Manche Menschen werden auch mit sogenannten Schlupflidern geboren, die den äußeren Augenrand bedecken.

Oberlidkorrekturen sind relativ einfache chirurgische Eingriffe, Unterlidkorrekturen hingegen sind technisch anspruchsvoll und mit weit höheren Risiken verbunden. Oft werden Ober- und Unterlidkorrekturen in einem Operationsvorgang durchgeführt.

Kurzinfo Lidkorrektur (Oberlid/Unterlid)

  • Mindestalter: ab achtzehn Jahren
  • Dauer:  sechzig bis neunzig Minuten
  • Anästhesie: bei Oberlidkorrekturen wird nur lokal betäubt; Unterlidkorrekturen werden meist im Dämmerschlaf durchgeführt
  • ambulant/stationär: Lidkorrekturen können ambulant durchgeführt werden; ein stationärer Aufenthalt bei Unterlidkorrekturen ist, wenn überhaupt, nur für ein bis zwei Tage notwendig
  • Duschen: am nächsten Tag mit Augenverbänden
  • Sport: bei Oberlidkorrekturen nach etwa zwei Wochen, bei Unterlidkorrekturen nach etwa vier Wochen
  • Sonne: nach etwa zwölf Wochen
  • arbeitsfähig: nach einer Woche
  • endgültiges Ergebnis: nach etwa sechs Monaten
  • Haltbarkeit: etwa zehn Jahre, weil Alterungsvorgänge fortschreiten
  • genutzt von: zu etwa neunzig Prozent von Frauen und etwa zehn Prozent von Männern

Kosten Lidkorrektur (Oberlid/Unterlid)

In der Regel übernehmen Krankenkassen nur die Kosten einer Korrektur überhängender Oberlider. Oberlidoperationen kosten bis zu 3500 Euro, Unterlidoperationen bis zu 4.5oo Euro.

Nutzen Lidkorrektur (Oberlid/Unterlid)

Lidkorrekturen sind aus medizinischen Gründen sinnvoll, wenn

  • durch Hänge- oder Schlupflider das Gesichtsfeld eingeschränkt wird
  • man häufig unter Lidrandentzündungen oder chronischen Reizzuständen der Lider leidet
  • man an übermäßigem Tränenfluss leidet

Viele Lidkorrekturen werden jedoch aus rein ästhetischen Gründen durchgeführt, um frischer und wacher zu wirken und insgesamt ein verjüngtes Aussehen zu erreichen.

Alternativen Lidkorrektur (Oberlid/Unterlid)

Zu einer medizinisch notwendigen Lidkorrektur gibt es keine Alternative. Schlupflider müssen nicht zwangsläufig operiert, sondern können auch überschminkt werden.

Risiken / Nebenwirkungen Lidkorrektur (Oberlid/Unterlid)

Generell sollte keine Lidkorrektur durchgeführt werden bei:

  • Einnahme von blutverdünnenden Mitteln wie Aspirin oder Marcumar
  • Neigung zu Blutungen
  • unbehandeltem Bluthochdruck (in diesem Fall sollte der Blutdruck vor der Operation mithilfe von Medikamenten normalisiert werden)
  • chronischem Schnupfen
  • Augeninnenhochdruck (Glaukom)
  • Netzhautablösung
  • entzündeten Augen
  • Mangel an Tränenflüssigkeit

Nebenwirkungen: Bei einem erfahrenen Operateur, dem Einhalten aller Hygieneregeln und einer korrekten Wundversorgung gibt es wenige Komplikationen. Lidschwellungen und Blutergüsse mit Verfärbungen halten ein bis zwei Wochen lang an. In extrem seltenen Fällen können Blutergüsse langanhaltende Hautverfärbungen hinterlassen.

Wenn zu viel Haut bzw. Gewebe entfernt wurde, kann das den Lidschluss verhindern und zu Augentrockenheit führen – als Reaktion darauf bildet das Auge besonders viel Tränenflüssigkeit und ist sehr empfindlich gegen Zugluft. Häufig ist das Unterlid zu stramm gestrafft – dann wird der untere Irisrand sichtbar und der Blick wirkt wie eingefroren.

Wenn zu viel Haut bzw. Gewebe entfernt wurde, kann das auch zu Blickfeldeinschränkungen und zum Sehen von Doppelbildern führen, vor allem wenn die Augenmuskulatur mit in die Operation einbezogen war. Oft bessern sich derartige Störungen nach einigen Wochen von selbst.

Narben am Oberlid können unter Umständen sichtbar bleiben und eine Korrektur notwendig machen. Operationsbedingte Seitenungleichheit oder mangelnder Lidschluss ist ein ästhetisches und medizinisches Problem zugleich und erfordert Nachoperationen. Schwere Infektionen durch Bakterien und Viren bei unzureichender Hygiene, Verletzungen der Hornhaut oder Blutungen können in sehr seltenen Fällen schlimmstenfalls bis zur Erblindung führen.

Nach dem Eingriff (Oberlid/Unterlid)

Sowohl Ober- als auch Unterlidkorrekturen können ambulant durchgeführt werden. Ein stationärer Aufenthalt bei Unterlidkorrekturen ist, wenn überhaupt, nur für ein bis zwei Tage nötig.

Nach dem Eingriff wird der Augenbereich mehrere Stunden lang mit feuchten Tüchern gekühlt, um Schwellungen, Blutergüsse und Nachblutungen zu reduzieren. Die Haut ist bewusst sehr locker genäht, damit das Blut leicht abfließen kann – so können starke Schwellungen und die Blaufärbung der Augen vermindert werden. Die Augen werden täglich mehrfach mit einer kortisonhaltigen Augensalbe gepflegt.

Sowohl bei der Unter- als auch bei der Oberlidkorrektur können die Fäden nach etwa vier Tagen entfernt werden. Etwa eine Woche lang sollte man ständig Sonnenbrillen tragen. Um den Druck auf die Augen zu vermindern, sollte man auf dem Rücken und mit erhöhtem Kopfteil schlafen.

Die Augenpartie sieht nach einer Lidkorrektur ein bis zwei Wochen lang erschreckend geschwollen und blau verfärbt aus. Schminken ist erst nach ein bis zwei Wochen erlaubt. Nach etwa einer Woche ist man wieder arbeitsfähig, aber erst nach zwei bis drei Wochen gesellschaftsfähig.

In den Wochen nach der Operation sollte man weder lesen noch fernsehen und es ist vorteilhaft, Kleidung zu tragen, die man nicht über den Kopf ziehen muss. Schnelles Bücken, Sport oder andere anstrengende Aktivitäten sowie das Tragen von Kontaktlinsen sind zwei Wochen lang tabu.

Für einige Monate fühlen sich die Augenlider sehr gespannt an –das gibt sich mit der Zeit – der Lidschluss sollte jedoch funktionieren. Erst nach rund sechs Monaten lässt sich der endgültige Erfolg der Operation einschätzen.

Wirkungsweise Lidkorrektur (Oberlid/Unterlid)

Unter der Haut von Ober- und Unterlidern befinden sich Fettgewebepölster, die sich bei erschlafften Lidern vorwölben. Außerdem können Schwellungen auftreten (Ödeme)  eine Folge von Wassereinlagerungen im lockeren Bindegewebe. Vor einer Lidkorrektur sollte abgeklärt werden, ob die Lidschwellungen vielleicht durch eine allergische Reaktion auf Kosmetika oder Hausstaubmilben, durch Nierenprobleme, Schilddrüsenstörungen oder eine Herz-Kreislauf-Krankheit verursacht werden. In diesem Fall ist es notwendig, zunächst diese Ursache zu behandeln.

Bei Lidkorrekturen wird überflüssiges Haut- und Fettgewebe weggeschnitten.